Aus den Nachlässen


Jeder Künstlernachlass ist individuell und so vielschichtig wie jeder Künstler und sein Werk selbst.

An dieser Stelle möchten wir Ihnen einen Eindruck von der Lebendigkeit und Vielschichtigkeit von Künstlernachlässen geben und dies in Form von kleinen Geschichten aus dem Alltag der Nachlassinstitutionen darstellen, „denn unser kulturelles Erbe erzählt uns unsere gemeinsame europäische Geschichte, auch ganz lokal bei uns zuhause“.


Kunsthaus Leer

Von Wien hinaus in die Welt – Der Maler Emil Rizek

 

Emil Rizek (1901 – 1988) war viel in der Welt unterwegs. Geboren und aufgewachsen in Wien, nahm der künstlerische Autodidakt parallel zu seiner Lehre als Elektrotechniker Unterricht bei den Wiener Malern Anton Hlavacek (1842 – 1926) und Carl Fahringer (1874 – 1952). In den 1920er-Jahren reiste er dann als freier Künstler malend durch Europa mit dem Endziel Holland, um die von ihm verehrten Gemälde der Haager Schule  und Vincent van Goghs zu studieren. Bald folgten zwei Weltreisen, die ihn abermals in die Niederlande, nach England, aber auch nach Asien, Amerika und Afrika führten. Auf diesen Reisen verkaufte Rizek seine vor Ort geschaffenen, aus Landschaften, Porträts, Genre- sowie Straßenszenen bestehenden Werke. 1937 übernahm er auf einem weiteren Amerika-Trip eine Lehrtätigkeit am California College of Arts and Crafts in Oakland.



Künstlernachlässe Mannheim

Der Hölzerlips-Zyklus

Durch den Journalisten Dieter Preuss, der für den "Mannheimer Morgen" arbeitete, wurde Peter Schnatz (1940–2004) auf die Geschichte eines Raubüberfalls an der Bergstraße bei Hemsbach aufmerksam, den die sogenannte Hölzerlips-Bande im April 1811 begangen hatte. Ausgehend von einer Ballade, die einer der Beteiligten im Gefängnis verfasst hatte und die diese Gruppe um Dieter Preuss zur gründlichen Erforschung der Bande anregte, begann auch Peter Schnatz, sich künstlerisch mit dem Thema zu beschäftigen. In zehn Gemälden, fünf Siebdrucken und diversen Objekten bearbeitete der Künstler 1973 das Thema, das zu seinem ersten Zyklus wurde. 



Kunstarchiv Lüneburg

Die Werkstatt Rixdorfer Drucke

Die Werkstatt Rixdorfer Drucke, das sind Uwe Bremer, Albert Schindehütte, Johannes Vennekamp und Arno Waldschmidt (†), wurde 1963 in einem Berliner Hinterhof gegründet und gilt heute als ältestes deutsches Künstlerkollektiv.

Unverkennbares Markenzeichen der Gruppe sind Werke aus Text, Typografie und Holzschnitt, die dem politischen und kulturellen Leben Deutschlands auf den Zahn fühlten und von Anfang an die Zusammenarbeit mit Dichtern und Schriftstellern ins Zentrum rückte; ihre Autorenliste hat Literaturgeschichte geschrieben.